Interview mit Judith Quint, Personalentwicklung bei den Barmenia Versicherungen, zum Einsatz der Mystery Lunch Lösung in ihrem Unternehmen

Barmenia Versicherungen

„Ein Instrument, um über den Tellerrand zu schauen – und um die Unternehmenskultur zu stärken“

Die Barmenia Versicherungen zählen zu den großen unabhängigen Versicherungsgruppen in Deutschland. Als einer der größten Arbeitgeber in Wuppertal beschäftigen die Unternehmen über 1.500 Mitarbeitern am Standort. Deutschlandweit sind es mehr als 3.400 Mitarbeiter. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Arbeitnehmer ist der Geschäftsleitung ein wichtiges Anliegen. Soziales Engagement und Verantwortung für den Standort sind für die Gruppe selbstverständlich. Für die Personalentwicklung stellen Themen wie Wissensmanagement und interne Netzwerke eine bedeutende Aufgabe dar. Judith Quint, in diesem Bereich bei der Barmenia tätig, spricht im Interview über den Einsatz von Mystery Lunch als Instrument zur Vernetzung von Mitarbeitern und Führungskräften.

Frau Quint, warum haben Sie bei der Barmenia vor elf Monaten Mystery Lunch eingeführt?

 Judith Quint: „Bei uns im Unternehmen haben wir langfristig angelegte Konzepte im Bereich der Personalentwicklung. Daher waren wir nicht unbedingt auf der Suche nach neuen Instrumenten. Der erste Kontakt mit Mystery Lunch ist auch eher per Zufall entstanden. Als wir uns die Plattform näher anschauten, haben wir aber den Eindruck gewonnen: Das ist mal was anderes. Der lockere, spielerische und gleichzeitig strategische Ansatz, Kollegen per Zufallslos zum Mittagessen zu vernetzen, hat uns gleich gefallen.“

 

Wie kam die Idee bei den Vorständen an?

Judith Quint: „Unsere Vorstände sind immer interessiert daran, neue Ideen ins Unternehmen zu bringen und die Zusammenarbeit innerhalb der Barmenia über Hierarchiestufen und Abteilungen hinweg zu stärken. Das passt zu unserer Unternehmenskultur, wo Vertrauen und Verantwortung eine große Rolle spielen. Dabei probieren wir auch gerne interessante Formate aus. Neue Verbindungen schaffen, Kollegen auf unkonventionelle Weise vernetzen, das stieß daher sofort auf offene Ohren. Mindestens einer der Vorstände ist auch bei Mystery Lunch angemeldet.“

 

Wie haben Sie potenzielle Teilnehmer auf Mystery Lunch aufmerksam gemacht?

Judith Quint: „Zunächst wollten wir, dass alle Mitarbeiter wissen, was Mystery Lunch ist und wie es funktioniert. Um Interesse zu wecken, haben wir Medien wie das Intranet und die Mitarbeiterzeitung genutzt. Zusätzlich wurde ein Info-Stand in der Cafeteria und im Mitarbeitercasino aufgebaut, um gleich vor Ort zu zeigen, warum die Mitarbeiter das mal ausprobieren sollten.“

 

Wie ist es gelaufen? Und welche Rückmeldungen der Kollegen haben Sie erhalten?

 Judith Quint: „Bislang haben über 500 Treffen stattgefunden, mit durchweg positiven Rückmeldungen: Zuerst einmal hat es den allermeisten viel Spaß gemacht, neue Leute per Zufallslos kennenzulernen. Es ergaben sich viele interessante Gespräche und ein dynamischer Austausch. Darüber hinaus haben wir Feedback erhalten, dass Mitarbeiter neue Einblicke ins Unternehmen erhalten haben. Selbst langjährige Mitarbeiter und Führungskräfte konnten durch Mystery Lunch neue und andere Eindrücke gewinnen. Das führt zu einem besseren Verständnis, unter anderem darüber, wie Prozesse in anderen Unternehmensbereichen organisiert sind – und warum das so ist. Das Verständnis zwischen den Kollegen wird erleichtert – das kann im Alltag immens helfen. Gerade in einer Versicherung sind viele Abläufe komplex und vielschichtig.“

 

Entstehen neue Kontaktpunkte nicht auch durch abteilungsübergreifende Projekte oder Weiterbildungen?

Judith Quint: „Ja sicher, wir investieren schon lange in abteilungsübergreifende Kooperationen. Allerdings lief das in erster Linie auf klassische Weise, etwa im Rahmen von gemeinsam abgewickelten Projekten oder Seminaren. Mystery Lunch sehen wir als ein Instrument, um über den Tellerrand zu schauen. Mit der Plattform haben wir jetzt eine Möglichkeit geschaffen, Zusammenarbeit auf völlig informelle Weise zu stärken. Außerdem passiert es auf freiwilliger Basis. Ein feiner Unterschied liegt gerade darin, dass Mitarbeiter so selbst entscheiden, ob sie diese Form der Vernetzung nutzen möchten oder nicht.“

 

Wie evaluieren Sie den Einsatz von Mystery Lunch?

Judith Quint: „Wir erhalten jeden Monat ein Reporting von Mystery Lunch. Daraus geht hervor, wie viele Mitarbeiter bei Mystery Lunch angemeldet sind, wie viele Auslosungen stattgefunden haben und wie die Verteilung zwischen den einzelnen Ressorts aussieht. Unser Ziel ist es, Networking zwanglos zu unterstützen. Die Freude für unsere Mitarbeiter steht im Vordergrund. Deshalb setzen wir bislang bewusst keine systematische qualitative Evaluation ein, sondern nehmen informell wahr, was uns zurückgespielt wird. Das ist wie gesagt sehr positiv. In Zukunft könnten wir uns vorstellen, Feedbacks im Rahmen von Fragebögen zu systematisieren. Allerdings wollen wir uns in diesem Bereich auch künftig möglichst viel Freiheit lassen und uns keine zahlengetriebenen Ziele auferlegen.“

 

Die Aspekte Datenschutz und Vertraulichkeit spielen in einem solchen Zusammenhang eine wichtige Rolle. Wie gehen Sie bei der Barmenia damit um?

Judith Quint: „Beides hat natürlich einen extrem hohen Stellenwert. Für unsere Mitarbeiter ist Datenschutz schon allein dadurch gewährleistet, dass keine Informationen über Teilnehmer an keinen weiteren außer Mystery Lunch übermittelt werden – auch nicht an uns. Wir haben unsererseits gemeinsam mit Mystery Lunch Standards definiert, die Datensicherheit und Datenschutz vollumfänglich gewährleisten.“

 

Was möchten Sie in Zukunft mit Mystery Lunch erreichen?

Judith Quint: „Wir wollen dem Zufall auch künftig die Chance geben, neuen Impulsen auf die Sprünge zu helfen. Unser wichtigstes Ziel ist daher: Es sollen noch mehr Mitarbeiter mitmachen. Erkennen, dass es Spaß macht, neue Kollegen beim Mittagessen kennenzulernen und spannende Gespräche zu führen. Wenn sich daraus neue Ansätze ergeben, die uns bei der Barmenia helfen, als Unternehmen noch besser zu werden, ist das natürlich umso erfreulicher. Zusätzlich sehen wir die Chance für jeden Mitarbeiter, andere Aufgaben im Haus kennenzulernen und dadurch Weiterentwicklungsmöglichkeiten für sich selbst zu identifizieren.“