Vom Baby Boomer zur Generation Z – das Beste aus zwei Welten

Den sogenannten Baby Boomern wird mitunter nachgesagt, sie könnten nicht mit Technologie umgehen. Das stimmt natürlich nicht – tatsächlich war das Internet aber noch unbekannt, als die vor 1965 Geborenen mehrheitlich ins Berufsleben eingestiegen sind. Die Generation Y kann sich das gar nicht mehr vorstellen, sie ist im digitalen Zeitalter groß geworden. Immer mehr Unternehmen erkennen die mit der Diversität ihrer Mitarbeiter verbundenen Vorteile. Diese zu nutzen und gleichzeitig Missverständnisse und damit einhergehenden Frust zu vermeiden, ist eine Zukunftsaufgabe. Es gelingt, wenn sich Kollegen unterschiedlicher Altersstufen und Hintergründe innerhalb einer Firma vernetzen und austauschen.  

Baby Boomer haben keine Ahnung von Technologie, die Generation X (1965-1979) macht für Geld alles, für Millenials gibt es keine Trennung zwischen Beruf und Privatem: Wer die Unterschiede zwischen den heute berufstätigen Generationen recherchiert, wird auf eine ganze Reihe von Klischees stoßen. Einige dieser Vorurteile sind purer Unsinn – dass es bestimmte Gegensätze zwischen den Mitarbeitern verschiedener Altersstufen gibt, ist jedoch nicht zu bestreiten. In diesen Verschiedenheiten stecken sowohl Chancen als auch Risiken, für die Mitarbeiter selbst und für den Arbeitgeber.

Kollaboration und Digitales in den Generationen Y und Z ausgeprägt

Untersuchungen zeigen, dass sich die der Generation Y zugehörigen Young Professionals (1980-1999) stärker mit Kollegen vernetzen, Freude an gemeinsamen Projekten entwickeln und sinnstiftend arbeiten wollen. Diese Entwicklung wird sich in wenigen Jahren noch verstärken, wenn die nächste Altersgruppe vor der Tür steht: Die Generation Z. Spätestens dann verschmelzen auch digitale Technologien und reale Welt vollends – denn für die ab dem Jahr 2000 geborenen gibt es keine Trennung mehr. Für sie waren virtuelle Plattformen und persönliche Treffen immer schon zwei Seiten derselben Realität sind. Und sie wünschen sich von ihrem Arbeitgeber, dass dieser ihnen entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung stellt.

Wissen und Werte erfahrener Kollegen

Erfahrenere Mitarbeiter, besonders  aus Geburtsjahrgängen vor 1965, haben andere Ansprüche. Für viele von ihnen ist zum Beispiel bis heute ein Einzelbüro erstrebenswert – sowohl als Statussymbol als auch als ein Raum für eigenständiges, individuelles Arbeiten wird es geschätzt. Das ist nicht der einzige Unterschied zu den nachkommenden Generationen. Ältere Arbeitnehmer und Führungskräfte können auf profunde Marktkenntnisse und über viele Jahre aufgebautes Wissen zurückgreifen. Diese Erfahrung geht in vielen Fällen auch mit einem hohen Maß an Empathie einher. Auch einhergehend mit konservativeren Werten ist diese etwa im Kundenkontakt oft hilfreich.

Unterschiede nutzen, Missverständnisse ausräumen

Wenn Firmen vorhandene Diversität verkennen, geht damit das große Risiko einher, dass es zu Missverständnissen und Diskrepanzen zwischen Mitarbeitern aus verschiedenen Generationen kommt. Wenn es hingegen gelingt, Spezialisten unterschiedlichen Alters zusammenzubringen, birgt das große Chancen.

  • Die Generationen Y und Z erwarten regelmäßiges Feedback und wollen sich weiter entwickeln. Kontaktpunkte zu erfahrenen Kollegen bieten beides. Wenn Firmen diese ermöglichen, erhöhen sie ihre Attraktivität als Arbeitgeber.
  • Viele Projekte erfordern sowohl aus Erfahrung gewonnenes Wissen als auch Kreativität und unorthodoxe Ansätze. Wenn Mitarbeiter unterschiedlichen Alters zusammenarbeiten, können neue und bessere Lösungen gefunden werden.
  • Der Austausch von Wissen und Informationen unterstützt die Zukunftsfähigkeit im Unternehmen.

Unternehmen sollten folglich Brücken zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern bauen – etwa, indem sie eine Netzwerkkultur etablieren. Kleine Schritte bewirken dabei oft mehr als große Konzepte. So kann ein Mittagessen zwischen zwei zufällig in Kontakt gekommenen Kollegen unterschiedlichen Alters bereits ein entscheidender Schritt für eine bessere Zusammenarbeit sein.

Digital sind heute (fast) alle

Machen Unterschiede zwischen Baby Boomern, X-lern und Y-ern sind real, eines stimmt jedoch nicht: Die Behauptung, an den Älteren sei die Digitalisierung vorbeigegangen. Denn sowohl viele Baby Boomer als auch ein Großteil der Generation X nutzt Technologie längst intensiv. Insbesondere unter Führungskräften und gut ausgebildeten Fachkräften gehören mobile Geräte zum selbstverständlichen Teil des Alltags. Auch für kollaborative Ansätze zeigen sich die höheren Jahrgänge in der Regel sehr offen. Das können sich die Unternehmen zunutze machen. Etwa, indem sie digitale Plattformen als eine Grundlage für reales Netzwerken anbieten. Damit verbinden sie Generationen. Am Ende profitieren alle Seiten: die jungen Mitarbeiter, die älteren Kollegen sowie die gesamte Firma.

2 thoughts on “Vom Baby Boomer zur Generation Z – das Beste aus zwei Welten

  1. Vielen Dank für den Artikel. Sehr oft vermisse ich die Differenzierungen, die hier in einem guten Ansatz gemacht werden. Dennoch finde ich auch in diesem Artikel ein „dickes“ Klischee: Viele Baby Boomer vor 1965 bevorzugen Einzelbüros, von wegen Status, … Meine Erfahrung ist es, dass auch bei Mitarbeitern einer jüngeren Generation ein Einzelbüro zum Status gehören kann. Die Frage nach dem Status ist aus meiner Erfahrung stärker ein Persönlichkeitsmerkmal, das sich mit der Zeit Raum verschafft, als ein Merkmal einer bestimmten Generation. Ich bin Baby Boomer, vor 1965 geboren, – und ich liebe Mehrpersonenbüros, gerade wegen des Informationsflusses, wegen der vereinfachten Zusammenarbeit, … Chefin sein kann ich auch inmitten meines Teams. Wenn es für konzentriertes Arbeiten Rückzugsecken gibt, ist das etwas, was nicht zuletzt auch die ganz jungen als Möglichkeit schätzen. Die renommierten IT-Unternehmen sind da bekannte Beispiele.

    1. Hallo Frau Künzler,

      danke für Ihre Rückmeldung. Wir wollen Themen grundsätzlich differenziert betrachten. Dabei gibt es bestimmte Trends, über die wir sprechen. So ist es aus unserer Sicht so, dass der Wunsch von Baby Boomern nach einem Einzelbüro tendenziell ausgeprägter ist als bei der Generation Y. Das heißt nicht, dass dies grundsätzlich der Fall ist. Mit unserem Blog-Beitrag möchten wir gerade zum Ausdruck bringen, dass es Unterschiede gibt – und die können individuell immer unterschiedlich ausgeprägt sein. Wichtig ist letztlich für Unternehmen, Unterschiede zu erkennen und ihnen Rechnung zu tragen – unabhängig davon, wie sie sich im Einzelfall gestalten.

      Beste Grüße
      Christoph Drebes

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